Natürliche Schädlingsbekämpfung

Jeder kennt bestimmt den Hasen Bug Bunny aus dem Fernsehen, der dem Bauern die schönsten Karotten wegholt. Dem Gärtner geht es oft genauso. Man hat am Abend wunderschöne Kirschen und Erdbeeren. Am Morgen in aller Frühe zieht der Hobbybauer aus um seine wohlverdiente Ernte einzuholen und nicht findet er mehr vor. Alles wurde ihm von den tierischen Konkurrenten geklaut. Klar, auch andere Lebewesen haben Hunger, aber muss es gerade meine Lieblingskirschsorte sein, auf die ich mich schon seit Jahren gefreut habe. Die Ernte ist dann weg und es hilft nur das Warten auf das nächste Jahr. Viele große Chemiefirmen bieten dem Heimgärtner an dieser Stelle Hilfe an, die Frage ist nur, ob er sie annehmen will oder soll. Eigentlich ist es kontraproduktiv, einen Garten zu haben und dann anschließend den Garten mit Gift voll zu streuen. Gerade der eigene Garten sollte ein Hort der Ökobewegung sein. Das ist ja gerade dass, was das eigene Gemüse ausmacht und vom Gemüse von einem Großhändler unterscheidet. Sonst ist ja der Weg zum Discounter schneller und besser.

Schädlinge greifen natürlich nicht nur Nutz-, sondern auch Zierpflanzen an. Eine zerfressene Rose ist nun einmal keine Zierde.

Der erste Punkt bei einer natürlichen Schädlingsbekämpfung ist, dass man die Pflanze passend für die Umgebung auswählt. Es gibt Standorte für Kirschen, es gibt Standorte für Apfelbäume und es gibt Standorte für Rosen. Man kann sich am Besten bevor man die jeweilige Pflanze anbaut bei den Nachbarn kundig machen, was in der Region wächst. Irgendwie bekommt man eine Rose schon zum Blühen, aber um welchen Preis. An manchen Stellen aber wachsen und gedeihen die Pflanzen von alleine ohne irgendeine Hilfe. Man kennt das, wenn man zum Beispiel eine Blume in seinem Garten auspflanzt. Manchmal wuchert diese Pflanze durch den ganzen Garten und wird fast zum Unkraut. Wenn so etwas passiert, dann weiß man, dass diese Stelle goldrichtig für diese Pflanze ist. Ein guter Standort spart Chemie. Das ist die erste goldene Regel. Eine schwache Pflanze wird eben oft von Schädlingen heimgesucht, eine gesunde Pflanze weniger.

Es gibt nun zwei Arten von Schädlingen. Die einen sind höhere Tiere, die andern Qualgeister sind Mikroben. Pilze, Bakterien und Viren können Pflanzen genau ruinieren wie Fraßschädlinge. Beschäftigen wir uns erst einmal mit den Mikroben. Hier gilt, man muss günstige Umstände für die Pflanzen schaffen. Dazu gehört, stickige und faulige Zustände vermeiden. Frische Luft und frisches Wasser stärken die Pflanze und diese entwickelt dann ausreichend Abwehrmechanismen. Pflanzen haben in gewisser Hinsicht eine Art Immunsystem welcher Eindringlinge genauso wie unser Körper bekämpft. Bäume harzen, Kräuter bilden mehr Öle aus. Das können sie aber nur, solange sie gesund sind. Man kann auch Pflanzen die viele Alkaloide ausschütten anpflanzen. Tabak zum Beispiel schützt mit dem Nikotin sich und seine Nachbarn von Ungemach. Minzen machen das auch und die kann man dann sogar noch essen.

In manchen Gegenden sind die Fraßschädlinge einfach unerträglich. Schnecken zum Beispiel. Eben hatte man noch eine saftige, rote Erdbeere dann bleibt einem nur noch der Rest. Man will ernten und hat eine eklige, schleimende Schnecke in der Hand. Widerlich. Hier helfen Fallen. Schales Bier ist für eine Schnecke regelrecht eine Einladung zu einer Party. Bierfallen sind eine schöne Art, Schnecken zu beseitigen. Schön für den Gärtner, schön auch für die Schnecke.

 


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